Logbuch

Reiseberichte und Anekdoten des Weltumseglers Ulli Barth

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Es ist nicht immer alles wahr, was stimmt.... (14:07, 20.02.2012)

Man versuchte wirklich mit allen Mitteln diesen Bericht zu verhindern....

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Tötet den Hafenmeister! (14:53, 22.02.2012)

Hier ein paar Gedanken, die einem als Skipper so durch den Kopf gehen,...

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Schiff'le versenken (19:29, 19.06.2011)

Im März 2011 wurde ein Schwerwettertraining auf der Nordsee (Cuxhaven - Helgoland) durchgef&uum...

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Hurtig oder sakte Fart - Im Land der Steinreichen (18:42, 28.04.2011)

Für alle, die schon immer mal in den Norden wollten - hier geht es wenigstens als Lektüre....

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Ebenfalls leidender Kollege (16:18, 22.12.2011)

Also nicht nur ich....

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News

Tötet den Hafenmeister!

21.06.2011
News >>

 

0840 Uhr lokale Zeit (MESZ). Leinen los, die Fahrt beginnt. Raus aus dem Hafen, mind. 20 cm hohe Wellen, Windstärke 3. Was für ein Wahnsinn, man verlässt freiwillig festes Land, um mit einer Konstruktion aus Metall, Stoff und ähnlichem zu anderen Ufern zu gelangen.
 
0850 Uhr, Segel setzen, was für ein Stress. Nach 5 Minuten sind die Lappen oben, der Autopilot übernimmt den Kurs. Er mag aber nicht, ändert den Kurs um 001°. Der Skipper muss deswegen nochmals das Segel trimmen, weitere 3 Sekunden unnötige Arbeit. Skipper befiehlt "Klar Deck" doch keiner der Mannschaft befolgt seine Worte. Alles muss er alleine machen.
 
0900 Uhr Stress pur, der Skipper muss sogar das Logbuch selber schreiben, wieder 2 Minuten seines Lebens mit Arbeit vergeudet.
 
1000 Uhr, der gleiche Ablauf wieder. In der Zwischenzeit wurde mehrfach - ich wiederhole MEHRFACH! - die Musik gewechselt und entsprechende Sonnenbekleidung angelegt. Leider versagt die Zofe vollkommen, der Skipper muss sich selbst umziehen.
 
1020 Uhr, der Wahnsinn steigert sich, es wird eine Wende gefahren. Die Befehle "Klar zur Wende" verhallen sinnlos und ungehört an Bord. Wieder muss der Skipper alles alleine machen. Dennoch, alles lässt sich steigern: aufgrund eines Winddrehers und da ein großes Schiff im Weg liegt, muss nochmals eine Wende gefahren werden. Nun langt es langsam. Nach weiteren 10 Minuten wird auf den vorherigen Kurs zurück gegangen.
 
1100 Uhr, der Skipper muss erneut sein Logbuch selber schreiben. Des weiteren beschließt der die Aufnahme von Speisen, welche noch vom Vortag übrig sind. Leider ist kein Smutje zu finden (schläft wahrscheinlich irgendwo an Bord), auch die Erwärmung der Vorgenannten muss der Skipper selbst übernehmen. Er beschließt die gesamte Crew im nächsten Hafen von Bord zu jagen und durch hübsche, junge, willige und billige Frauen zu ersetzen. Leider findet man derartiges aber nicht in allen Häfen.
 
1110 Uhr, der Skipper nimmt die Speisen zu sich, welche durch den hinterhältigen Herd viel zu warm gemacht wurden. Ein kühlendes Bier wird aufgrund eines Bordbefehles jedoch verhindert. Der Skipper überdenkt die Befehlskette und stellt ernüchternd fest, das er nicht alle Befehlsgewalt an Bord hat. Nur höhere Mächte (Bundesverkehrsministerium genannt) vermögen derartige Befehle zu verändern.
 
1145 Uhr, eine große Depression überfällt den Skipper, der Wind wird schwächer und das Reiseende verschiebt sich wohl um jahrzehnte nach hinten. Seine Kindeskinder werden sicher schon längst verstorben sein, wenn er denn jemals wieder Festland betritt. Deswegen beschließt er, welchem Gott auch immer, ein Brandopfer dazubringen, damit ihm dieser gütig gestimmt sein möge. Dazu schiebt er sich ein Papierröllchen in den Mund, welches gefüllt mit getrockneten Pflanzenresten (Tabak genannt) zum Glimmen gebracht wird. Kurz danach wird der Wind wieder stärker, es hat gewirkt.
 
1200 Uhr, ein weiterer Eintrag im Logbuch wird noch nach Jahrhunderten irgend einem Museum der Nachwelt von den tapferen Taten des Skippers Zeugnis ablegen. Tapfer trotz er den Naturgewalten, sein Schiff zieht tapfer seine Bahnen durch die weiten des Meeres. Die Nachwelt wird staunend Festellen, das er es wagte, sich 10 Kilometer vom rettenden Ufer zu entfernen. Dennoch werden die Entfernungen in den nächsten Stunden noch größer, vielleicht werden die verblichenen Überreste seiner selbst einmal in zig Jahren, irgendwo an Land angetrieben, gefunden.
 
1220 Uhr, die Kurslinie zeigt direkt auf den Hafen von Kühlungsborn. Hier hatte man vor zwei Tagen dem Skipper für seine ungeheuerliche Tat, das Schiff an Land festzumachen, viele Teuros abgenommen. Doch heute wird er es dem Hafenmeister zeigen. Dieser lauert bestimmt schon mit einem Fernglas hinter seinem Fenster und die Erwartung der Beute lässt ihm sicher den Geifer aus dem Maul tropfen. Dennoch wird kurz vor der Hafeneinfahrt der Skipper erneut eine Wende befehlen und das greifbar rettende Ufer links liegen gelassen. Der Gedanke an den enttäuschten Hafenmeister, der sicher eine schnell organisierte Feier über unerwartete Geldeinnahmen, absagen muss, vermag ein leichtes Lächeln über des Skippers Gesicht zu zaubern. Allerdings hält dies nur kurz an, da er ja selbst den Befehl zur Wende ausführen muss, da sich keiner seiner Crew auch nur blicken lässt.
 
1225 Uhr, wahrscheinlich haben sich alle Mächte dieser Erde gegen den Skipper verschworen. Einige Wolken verdecken die Sonne, so das er überlegt, die vorher gewechselten kurzen Beinkleider wieder durch lange zu ersetzen. Möglicherweise hat ein Woodoozauber des Hafenmeisters dies herauf beschwört, doch einen Gegenzauber vermag auch der Skipper nicht zu erbringen. Um 1226 Uhr verwirft er den Gedanken an den Austausch der Beinkleider aufgrund eigener Faulheit wieder, wahrscheinlich wird die Nachwelt ihn erfroren an Bord vorfinden. Um 1229 Uhr überholt er ein anders Segelschiff, welches unter Motor fährt, und zeigt dem dortigen Skipper stolz seine entblößten Knien. Dieser achtet jedoch nicht weiter darauf oder will es gar nicht wissen. Dieser faule Sack! Wohl zu feig zum Segel setzen oder ist ihm der Wind zu wenig? Statt dessen nimmt er die Kraft des Boliden zu Hilfe, welcher im Keller schlummerte, um von A nach B zu kommen. Doch der tapfere Skipper bewegt sich ausschließlich mit der Kraft der Natur über die Weltmeere, sein Wissen um die Kraft des Windes vermag ihn voran zu treiben.
 
1235 Uhr, tapfer zeigt er dem Hafenmeister die Heckansicht seines stolzen Schiffes. Wohl wissend, das ihm reiche Beute durch die Lappen ging. Nein, diesmal wird er dem schamlosen Treiben dieser blutsaugenden Zunft den Rücken zeigen, sich dem eintreibenden Wesen dieser Kreatur entziehen. Langsam entschwindet die Hafeneinfahrt im Heckwasser. Mit stolzgeschwellter Brust fährt er wieder auf das offene Meer hinaus. Er versucht mit einem erneuten Brandopfer die Wolken zu vertreiben. Der Erfolg bleibt jedoch aus. Statt dessen fallen ein paar Wasserkügelchen vom Himmel, wahrscheinlich muss man - um die Wolken zu vertreiben - eine andere Marke der Brandopfer zur Hilfe nehmen. Ein letzter Blick Richtung Hafen, wo der verbitterte Hafenmeister seinem, wohl von Schulden, verarmten Leben wohl gerade ein Ende setzt, vermag ihn dann doch wieder zu trösten. Und die Reste einer, am Vortag angebrochenen, Chipstüte beglücken ihn dann doch etwas. Selbst die nicht auffindbare Crew stört ihn nun, kurzzeitig, nicht weiter. Tapfer und entschlossen drückt er immer wieder abwechselnd einen Knopf seines elektronischen Steuermanns, um so einen guten Kompromiss zwischen Wind und Geschwindigkeit zu finden. Wenigstens einer an Bord, der seine Befehle ausführt und ihn nicht im Stich lässt.
 
1325 Uhr, des Skippers schlimmsten Befürchtungen werden wahr. Alle Mächte dieser Erde haben sich gegen seine Heldentaten verschworen. Der unglaubliche Wind von 3 Stärken verebbt im Nichts, wahrscheinlich eine Antwort auf den Tod des Hafenmeisters. Sein stolzes Schiff dümpelt auf hoher See wie ein Schrotthaufen, die Vorwärtsbewegung ist gleich Null. Wahrscheinlich überholen ihn sogar ein paar Fische, die angesichts solcher Hilflosigkeit nur milde lächeln können. Traurig startet auch er jetzt die beiden Boliden im Keller. Alleine mit sich und dem Meer betrachtet er traurig dunkle Wolken, die sich am Horizont ihren Weg zu ihm bahnen, bald wird er wohl doch die langen Beinkleider und weitere regenfeste Kleidungsstücke anlegen müssen, um den Kräften der Natur zu widerstehen. Und das alles nur wegen eines toten Hafenmeisters? Hatte er all das verdient? War jener nicht selber schuld an seinem Schicksal? Hätte er vor ein paar Tagen nicht einfach nur mit einer freundlichen Geste den Skipper als seinen Gast empfangen können und ihm die leckersten Speisen auftragen lassen, ein Hafenfest zu seiner Ehre veranstalten können? Musste er sich wirklich an des Skippers Dublonenbeutel so dreist bereichern? Statt ihm Jungfrauen anzubieten, ihm Ländereien zu vermachen oder wenigstens Rosenblätter auf seinen Weg zu streuen - nein, statt dessen gab er ihm einen kleinen Zettel, worauf der ausbeuterische Betrag vermerkt war, dem er ihm gerade abgeluchst hatte. Als wolle er ihn jetzt auch noch verhöhnen, verabschiedete er ihn mit einem Spruch, der ein "baldiges Wiedersehen" heraufbeschwören sollte. Nein, eine derartige Provokation konnte sich der Skipper nicht ungestraft bieten lassen. Nie wieder würde er auch nur einen Fuß auf des Hafenmeisters Grund und Boden setzen.
 
1350 Uhr, traurig und seinem unausweichlichen Schicksal ergeben, sitzt der Skipper vor der Seekarte und verfolgt nun, wie ihn die Kraft aus dem Keller zu seinem Ziel schiebt. Wesentlich schneller als die Kraft des Windes zuvor, dennoch vermag das Geräusch aus dem Keller von 80 arbeitenden Pferden nicht unbedingt sein Gemüt zu erheitern. Zumal diese 80 Pferde dürstet und später dieser Bedarf mittels auffüllen, von an Bord angebrachten Tanks, wieder gestillt werden muss. Auch hier wird wieder ein betrügerischer "Geschäftsmann", wie sich selbst diese Ausbeuter hier nennen, kleine bedruckte Papierstücke oder runde Metallscheiben, als Gegenleistung, verlangen. Gibt es denn hier keinen einzigen Menschen, der des Skippers Leistung anerkennt, ihn zu seinem Freund haben will, ihm mal etwas umsonst gibt? Statt den Boden, auf dem er lief, heilig zu sprechen, ihn in Gold zu rahmen und die Gazetten mit seinen Heldentaten voll zu schreiben, statt dessen beachtet man ihn kaum, bewundert nur ab und zu sein stolzes Schiffchen (was ja nicht einmal ihm gehört) und nicht einmal im Funk wird er gerufen. Keiner weiß von seiner Anwesenheit, nur ab und zu werden seine Heldentaten mit Quittungen von Hafenmeistern belohnt, die er aber vorher teuer erkaufen muss. Was für ein Elend, tiefste Selbstzweifel nagen unaufhörlich an seinem Selbstwertgefühl. Gibt es hier keine Freunde, zumindest Menschen, die es nicht allzu schlecht mit ihm meinen? Auch gestern Abend überkamen ihn Zweifel. Bereits nach einer halben Stunde war die teuer erworbene Flasche Gerstensafts (was sie hier "Bier" nennen) bereits leer. Hatte keiner Mitleid mit ihm? Ihn dürstete noch immer, so das er sich eine Zweite öffnen musste, wo anscheinend auch nicht mehr Inhalt zu verbuchen ward. Man betrog ihn hier allenthalben, wollte nur seine Dukaten und Goldschätze ausplündern. Wenn er zu Hause Gäste empfing, so bewirtete er diese aufs Vortrefflichste ohne auch nur ansatzweise an Gegenleistungen zu denken. Als er hier in ein Haus des Gastes ging, so setzte man ihm billige Speisen vor und verlangte anschließend Wucherbeträge, ohne sich für diese Taten zu schämen. War solches Verhalten nicht gegen alle guten Sitten?
 
1420 Uhr, nun musst der Skipper auch noch seinen Kurs um 010° ändern, da man ihm mit heimtückisch angebrachten Fallen seinen Weg versperrte. Mit voller Absicht hatte ein Fischer genau auf seinem Weg ein Netz ausgelegt und war verschwunden. Dies taten die Eingeborenen oft nachts, um unerkannt zu bleiben. Verfing sich dann ein Schiff in diesen Netzen, so verlangten sie Unmengen von Teuros als Schadenswiedergutmachung oder Andere (wahrscheinlich Kumpanen und Mitwisser dieser Fischer) bargen das Schiff, um sich anschließend auch hierfür zu bereichern. Aber der Skipper hatte rechtzeitig die Falle entdeckt und konnte ihr nun elegant ausweichen. Es bedurfte schon etwas mehr List, um den Skipper mit solchen billigen Tricks aufs Kreuz zu legen. Denn, damit die Fischer, ihre ausgelegten Fallen selbst wieder finden, versehen sie diese mit kleinen Fähnchen. Behauptet wird immer, das man damit niedere, hilflose Lebewesen aus dem Meer ziehen wolle, denen man nach dem Leben trachte. Gesehen habe ich einmal, das man diese - wenn denn mal erfolgreich aus dem Meer gezogen - natürlich auch wieder nur gegen eine entsprechende Entlohnung weitergibt. Letztendlich mögen aber diese Fallen nur dazu dienen, andere Seefahrzeuge gnadenlos zu erbeuten.
 
1445 Uhr, als würde das Fallenstellen nicht genügen, versuchten die Eingeborenen, durch abschalten der Windräder, auch noch das letzte bisschen Rest an Motivation aufzulösen. Mit allen Mitteln wollte man die Heldentaten des Skippers zerstören. Die Windanzeige auf diesem schönen Schiff tendierte gegen 2 Kn und der Skipper war geneigt, die Segel zu bergen. Dennoch ließ er sie tapfer stehen und hoffte doch noch etwas Richtung Hafen zu segeln. Noch 15 Seemeilen lagen vor ihm, nur spärlich konnte er das erwartete Festland am Horizont erblicken. Noch unerreichbar weit weg lag es irgendwo da in diesem Weltmeer und dennoch sah es auf der Karte zum greifen nah aus. Wahrscheinlich hatten es die Eingeborenen weiter von ihm weg verschoben, damit er es nie mehr erreichen könne. Andere, kleinere Schiffe kamen ihm entgegen. Sie hatten den übrig gebliebenen Wind von hinten und hatten, wie zum Hohn, bunte ballonartige Segel gesetzt. Schnell waren sie zwar auch nicht, aber zumindest blieben ihnen die Ausdünstungen und der Krach der Pferde im Keller erspart. Manche hoben lässig die Hand zum Gruß, wahrscheinlich wollten sie damit sagen, das der Skipper ein Weichei sei. Er, der gegen den Wind musste, da man die Windrichtung zu seinen Ungunsten verändert hatte. Er, der die Kraft der Pferde im Keller zur Hilfe nahm, da er noch in diesem Leben ankommen wollte. War er ein Held? Oder doch eher ein Versager, der sich nur den Herausforderungen der See nicht stellen wollte.
 
1500 Uhr, der Wind kam wieder, blies mit steifen 9 kn aus der vorher gesagten Windrichtung. Also hatten die Wettermacher sich an die prognostizierte Winddrehung gehalten und das tapfere ausharren des Skippers belohnt. Aufgrund seiner Erfahrung war er auch so gefahren, das er diese Drehung zu seinen Gunsten ausnutzen konnte und nun etwas schneller voran kam. Mit atemberaubenden 5 kn schob sich nun sein wunderbares Schiff durch die 10 cm hohen Wellen und erzeugten ein Kielwasser von mindestens 50 Meter Länge hinter dem Schiff, das wahrscheinlich noch von unzähligen Spionagesatteliten beobachtet werden konnte. Ja, man musste sich schon geradezu an Bord festhalten, wollte man nicht über die Kante geweht werden. Auch die Regenwolken blieben weit hinter seinem schönen Schiff zurück, so das sich das Verweigern der langen Beinkleider als Richtig heraus stellte. Voll zufrieden mit sich und der Welt brachte er noch einmal ein Brandopfer dar. Vielleicht war der Tot des Hafenmeisters doch keine Ungerechtigkeit sondern es wurden weiteren Opfern nur unsägliche Qualen erspart. Vielleicht hatte man auch unzählige Leben von Seglern gerettet, welche sich durch die Zwangsabgabe in ihrer gesamten Existent zugrunde gerichtet hätten. Wahrscheinlich lebten auch die Banken dort nur davon, den entsetzten Schiffsbesitzern Kleinkredite zu vermitteln, damit sie eine Nacht ungestört im Hafen verweilen konnten. Oder Schiffsmakler boten ein Butterbrot für die Schiffe im Hafen, die diese Wucherpreise nicht mehr berappen konnten. Und was noch an Geldreserven durch die Hinterbliebenen aufzufinden war, wurde den Gestrandeten in diversen Gasthäusern abgenommen. Nein, so einem Betrügervolk musste einfach das Handwerk gelegt werden. Wahrscheinlich würde man dem Skipper den Bundesverdienstorden überreichen, wenn man von seinen Heldentaten erführe, Straßen und Schulen nach ihm benennen. Seine Taten würden die Geschichtsbücher füllen, Romane und Loblieder über ihn geschrieben werden. Angesichts  solcher, doch sehr bescheidenen Gedanken, belohnte er sich mit besagtem kleinen Brandopfer und einem Müsliriegel, welchen er noch im Kühlschrank fand.
 
Von nun an überschlagen sich die Ereignisse in dramatischer Weise, wie sie nur einem Skipper passieren können. Eine Regenwolke zieht vor dem Schiff auf, er holt geschwind das Ölzeug aus dem Keller. Die Regenwolke zieht vorbei, nichts passiert. Er klariert die Fender, schließlich sieht man das Land schon.
 
Um 1700 Uhr wird das Großsegel geborgen, da eine erneute Regenwolke sich am Firmament erhebt. Nachdem das Segel trocken unten und wohl verpackt ist, hat sich die Regenwolke im Nichts aufgelöst.
 
1800 Uhr, Einlaufen nach Burgstaaken, alle Liegeplätze für dieses kleine Schiff belegt. Also abdrehen und nach Burgtiefe fahren. Dort sind einige passende Plätze frei. Souverän nimmt er den Ersten (und zugleich den Kleinsten) - welch eine Herausforderung. Unter den wachsamen Augen des Eigentümers des Schiffes hinter ihm und weiterer zahlreicher Zuschauer gelingt ein Bilderbuchmanöver. Derweil hat der Eigner des Schiffes dahinter Angst um sein Boot und ruft ständig, das dies alles zu nah sei. Mit über 5 Meter Abstand wird dann fest gemacht, die Anderen wundern sich nur über den Eigner.
 
Wieder geht ein Tag auf See zu Ende, ein Tag wie tausend andere zuvor auch und weitere tausend werden wohl folgen.....
 

 

Last changed: 22.02.2012 at 14:53

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