Warum jemand auf die Idee kommt, mit einem Schiff um die Welt zu fahren
Ich werde immer wieder gefragt, warum jemand auf die Idee kommt, mit einem Schiff um die Welt zu fahren. Sicher hatten schon viele diesen Traum, von Freiheit, unendlichen Weiten, Abenteuer, neuen Ländern und Dauerurlaub pur. So abwegig ist diese Vorstellung also nicht. Nur die wenigsten verwirklichen sich so einen Traum (warum auch immer) und die, die es tatsächlich machen, werden bestaunt, als hätte man eine Reise zum Mond veranstaltet. Wenn man irgendwo am Meer wohnt, scheint es „normaler“ zu sein, als hier, bei uns in Franken. Ein Franke fährt eben nicht zur See. Dabei waren im zweiten Weltkrieg in der Marine ¾ aller Matrosen aus Süddeutschland! Wenn man an der See wohnt, gehört das Segeln eigentlich schon automatisch zur „Grundausbildung“ eines Jugendlichen. In Bayern geht man eben in die Berge.
Eigentlich hatte ich einen recht bodenständigen Beruf, der so gar nichts mit der Seefahrt zu tun hatte. Ich war früher Masseur und med. Bademeister. Jedoch wurde ab 1999 per Gesetz (Kostendämpfungsgesetze und Gesundheitsreform) Deutschland gesund, es wurden kaum mehr Massagen verschrieben und eine Praxis nach der anderen baute Stellen ab. Was blieb, war Arbeitslosigkeit oder Umorientierung. Für eine Umschulung oder Weiterbildung war ich aber entweder zu alt oder zu jung, noch nicht lange genug arbeitslos oder schon zu lange arbeitslos. Ausreden über Ausreden. So war ich einige Monate in einer Fensterfabrik und in einem Gipskartonwerk beschäftigt. Allerdings war das nicht unbedingt das, was ich mir für meine weitere Zukunft so recht vorstellen konnte. Ich lief wie ein Roboter herum, machte jeden Tag zigmal die gleiche Bewegung und musste eigentlich mit meinem Leben bereits abgeschlossen haben, wenn ich mein Gehirn nicht im Spind abgelegt hatte. In den Hallen war Staub, Lärm, Stress und eine Arbeit, die mich in keinster Weise befriedigen konnte. Und durch die wenigen Fenster ging draußen die Sonne auf. Es war die gleiche Sonne, die ich schon oft über Wellen hatte aufgehen sehen. Sie war noch da und wollte mir wohl sagen: “warum kommst du nicht heraus zu mir“? Da draußen war eine Welt und das Leben. Hier Stumpfsinn und Maschinenlärm. Dazu ein Abteilungsleiter, dem man eh nie etwas Recht machen konnte. Warum tut man sich also so etwas an? Gut, man bekommt am Monatsende sein Geld (ist es aber auch noch in Zukunft sicher?), hat seine Wohnung, sein Feierabendbier und im Winter eine Heizung. Im Fernsehen eine Schreckensmeldung nach der anderen (wann habe ich eigentlich das letzte Mal eine gute Meldung gesehen?) oder die Tagesserie, wo XY mit Kollegen komische Geschichten erlebt. Lebe ich eigentlich noch oder werde ich gelebt?
Manchmal ist es einfach Zeit für einen Aufbruch. „Träume nicht dein Leben, lebe deine Träume“. Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Also war es Zeit, ihn zu tun. Wenn man eine Liste erstellt, Soll und Haben, wo man alle Träume einmal auflistet, all das, was man in seinem Leben erleben wollte und was man tatsächlich gemacht hat – und am Ende die Bilanz nicht stimmt, dann wird es Zeit, etwas zu tun. Oft hörte ich den Satz: „wenn ich in Rente bin und Zeit habe, dann…“ Quatsch. Wenn man älter ist, dann ist man krank, hat kein Geld mehr oder wird zu bequem. Oder man kippt einfach aus den Latschen. Pustekuchen – Feierabend - aus der Traum. Dann steht auf dem Grabstein: „Er hatte noch unerfüllte Träume“. Klasse. Früher sagte man mir oft: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“. Warum also nicht heute, hier und jetzt? Ich beschloss, endgültig der staubigen Fabrikhalle lebe wohl zu sagen und mein Hobby, das Segeln, zum Beruf zu machen. Sonne, ich komme wieder heraus!
Als Schiffsführer ist man der Kapitän. Bei kleineren Schiffen nennt man diesen Schiffsführer auch „Skipper“. Genügend Seemeilen hatte ich auf dem Konto, konnte also Erfahrung nachweisen. Im Internet findet man jede Menge Segelreiseunternehmen und bewirbt sich. Und zu meinem Erstaunen werden viele Skipper dringend gesucht. Leider gibt es viele Unternehmen, die nicht unbedingt wirklich seriös sind, man muss viel vergleichen und aussortieren – oder Lehrgeld bezahlen. Aber es bleiben trotzdem noch genügend Angebote übrig. Anfänglich fuhr ich erst einmal auf der Ostsee, um erste Erfahrungen zu sammeln. Riga, Tallin, Helsinki, Stockholm, die Schären vor Finnland und Schweden, die Mitternachtssonne
und jede Menge unterschiedlicher Gäste (Crew genannt). Langsam wächst man in seine Verantwortung hinein. Dann rund um England und Irland. Glasgow, Belfast, Dublin, Liverpool, Isle of Man, Brighton, Cherbourg, die Kanalinseln, die Scillys, durch die Biskaya, Brest, Porto, Lisabon, Gibraltar, Malaga, Marokko und zu den Kanaren. Dann mal schnell in die Karibik. Mal ein kleineres Schiff mit nur 6 Besatzungsmitglieder, dann wieder ein Dreimaster mit 50 Seelen an Bord. Die Welt wird immer kleiner und der Blick für die Welt immer größer. Delfine, Wale, Schwimmen mitten im Atlantik, Ankommen in der Neuen Welt. Mit Seekarten und dem Sextant den Kurs bestimmen, das ist Leben.
Ich werde oft gefragt, ob es nicht „gefährlich“ sei. Ich frage dann immer, was denn „ungefährlich“ sei? Meine tägliche Fahrt zur Fabrik war sicher gefährlicher. Gut, es gibt auch mal schlechtes Wetter, ab und zu sogar Sturm. Aber mit den heutigen Informationsmöglichkeiten hat man vieles im Griff. Man kann ausweichen oder im Hafen bleiben. Einen festen Fahrplan gibt es nicht, eher eine grobe Planung, die man aber beinah immer einhalten kann. Das macht eben den guten Skipper aus. Er plant mit dem Wetter, den möglichen Kursen und dem Können seiner Crew den besten Weg. Auf der Straße erlebe ich mehr Überraschungen als auf See. Hier gibt es keine Staus, Baustellen oder Umleitungen.
Sturm. Das scheint das Schreckgespenst aller zu sein. Klar, auch ich habe das erlebt. Windstärke 10 bis 11 (entspricht Windgeschwindigkeiten bis zu 120 km/h) und Wellenhöhen von über 10 Meter. Klingt dramatisch, ist aber beherrschbar, wenn man nachdenkt, bevor man handelt. Die Wellen heben einen an und es geht wieder abwärts. Ein Gefühl wie in der Achterbahn. Der Wind ist auch kein Problem, wenn man entsprechend die Segel verkleinert und den richtigen Kurs zum Wind fährt. Schwieriger sind die Schiffsbewegungen. Das Schiff schwankt hin und her, macht Bocksprünge und will ständig korrigiert werden. Aber: so etwas erlebt man (bei entsprechender Planung) selten und es macht manchmal sogar Spaß. Es gehört einfach dazu. Erst da spürt man wirklich die Gewalt der Natur, merkt, dass man noch lebt. Die Natur macht Spaß – aber sie spaßt nicht. Man muss dann schon wissen, was man macht. Fehler werden selten verziehen. Aber nochmals: Im Straßenverkehr sind die Gefahren wesentlich höher. Kommt mir ein Auto auf meiner Spur entgegen, hat mich der Andere gesehen? Soweit ich weiß, kamen im Jahr 2007 weltweit 47 Menschen auf See ums Leben. Wie viele mögen es wohl auf den Straßen der Welt gewesen sein?
Wir sind keine Selbstmörder, die ein unkalkulierbares Risiko eingehen. Heutzutage hat man an Bord viele technische Möglichkeiten, von denen man vor 20 Jahren nicht einmal zu träumen wagte. Zum Beispiel GPS. Viele kennen es als Navigationssystem im Auto. Dieses kleine Wunderwerk weiß immer, wo man ist, zeigt auf den Meter genau an, wann man an der „Kreuzung“ ist. Auch in der Seefahrt brauche ich nur auf so ein Gerät zu blicken und weiß, wo ich bin. Elektronische Seekarten zeigen mir auf einem Monitor alle wichtigen Daten (Wassertiefe, Küstenlinie, Häfen etc.), ein anderes Gerät „kommuniziert“ mit anderen Schiffen und sagt ihnen, wer ich bin, wohin ich mit welcher Geschwindigkeit fahre und schlägt Ausweichkurse vor. Sollte wirklich etwas passieren, kann ich einen automatischen Notrufsender aktivieren und die Rettungsorganisationen wissen weltweit, wo ich bin. Auf 20 Meter genau. Und mit Hilfe eines Autopiloten kann man sich sogar segeln lassen....
Ich dagegen liebe noch die Arbeit mit richtigen Seekarten aus Papier, mit Bleistift, Zirkel, Taschenrechner und dem Sextanten. Es ist ja noch gar nicht so lange her, dass man mit diesen Winkelmessern seinen Standort und Kurs bestimmte. Und heute? Wie schnell hat man vergessen, wie diese Geräte überhaupt funktionieren. Überflüssig wie eine Straßenkarte im Auto. Und trotzdem – es macht Spaß. Und ich erreiche auch eine Genauigkeit von 2 Kilometern. Klingt nach viel „Abweichung“, ist aber auf dem Atlantik völlig irrelevant. Bereits in einer Entfernung von etwa 30 Kilometer sehen sie ihr Ziel und können sich sehr schnell orientieren. Es kommt darauf an, die Insel zu finden, nicht die Boje in der Hafeneinfahrt. Wenn sie in München starten und in Hamburg zum Bahnhof wollen, dann sind sie auch erst einmal darauf bedacht, nicht in Berlin oder Köln heraus zu kommen. Zu dem Bahnhof komme ich mit dem Sextanten ja auch noch. Den Eingang ins Gebäude findet man dann schon irgendwie. Und GPS habe ich natürlich trotzdem immer dabei.
Moderne Schiffe haben eine Mikrowelle, einen Flauschtrockner und sonstige Helferlein an Bord. Es ist also nicht mehr so, dass man kaltes Essen aus Dosen futtert oder das Wasser aus fauligen Fässern schlürft. Man kann via Satellit Emails verschicken oder mit der ganzen Welt telefonieren. Ob das alles nötig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn ich auf See bin, so möchte ich auch manchmal einfach nicht mehr zu erreichen sein. Ist mir doch egal, ob wir eine Wirtschaftskrise haben, wer gestorben ist oder ob zu Hause ein Brief vom Finanzamt liegt. So mancher Jugendlicher kann sich nicht vorstellen, dass es einmal Zeiten gab, in denen man kein Mobiltelefon hatte und Briefe noch mit der Hand geschrieben wurden. Man spielte noch Mensch ärgere Dich nicht und musste wirklich richtig kochen.
Und nun werde ich mal wieder mit einem kleineren Schiff die Welt umrunden. Die Reise wird diesmal in der Karibik beginnen, wo das Schiff derzeit liegt. Es geht um südamerikas Ostküste herum, wo es Rio de Janeiro und Montevideo, die Falklandinseln und Kap Horn mit seinem beeindruckenden Hinterland zu erkunden gilt. An der Westküste Südamerikas geht es dann wieder hinauf, mit Abstechern in die Atakamawüste und über die Galapagosinseln, Los Angeles bis nach San Francisco. Unter der berühmten Golden Gate hindurch – das wollte ich schon immer mal machen. Dann geht es nach Hawaii und von dort kreuz und quer durch die Südsee. Die Südsee besteht aus 1.300 Inseln, also habe ich erst einmal genügend Auswahl. Dann mal schnell um Neu Seeland und Australien herum. Alleine Australien ist größer als gesamt Europa! Es folgt Neu Guinea, Indonesien, Philippinen, Malaysia, Vietnam und Indien. Die Malediven, Mauritius und die Seychellen, Madagaskar und Südafrika. Am Weg liegen dann wieder die Kanaren und Madeira. So in eineinhalb oder zwei Jahren werden wir dann wohl wieder irgendwo an Deutschlands Küste festmachen.
Zu Hause, in meinem Schrank im Wohnzimmer, stehen einige Gläser. Darin befinden sich Sand und Zettelchen. Sand aus der ganzen Welt. Gesammelt an allen Stränden, die ich so besuchte. Es werden sicher noch einige dazu kommen. Und es liegen einige Muscheln dabei. Diese Erinnerungen sind mehr wert als alle Bilder auf dem PC. Man kann sie anfassen, sie riechen nach Leben. Welcher normale Mensch würde in seinem Wohnzimmer schon Sand sammeln? Doch was ist eigentlich normal? Besser verrückte Dinge machen, als verrückt werden. Die meisten Weltumsegler, die ich so in all den Jahren kennen lernte, sind eigentlich alle gleich. Es sind Menschen, die wenig reden oder erzählen. Man kann all die Eindrücke nicht beschreiben oder erklären. Sie lächeln wissend, ruhen in sich selbst. Ich werde oft bestaunt, als wenn ich nicht von dieser Welt wäre. Ich bestaune die anderen genauso. Wie kann man sich die Sonne durch ein Fabrikfenster ansehen, wenn sie einem doch den Weg in die Welt zeigt? Ich habe zwei Jahre gebraucht, bis ich als Kind sprechen konnte. Den Rest meines Lebens werde ich das Schweigen lernen. Ein einziges Bild eines Sonnenunterganges an einem Strand, eine leichte warme Brise im Gesicht, ist wertvoller als der neue Flachbildfernseher mit der Sendung “Raus aus Deutschland“. Das Breitbild, mit Ton, Gefühl und Geruch am Strand – ist durch nichts zu ersetzen.
„Hey Sonne, ich komme wieder mit dir auf die Reise. Mir genügt es nicht, dich durch ein Fabrikfenster aufgehen zu sehen. Du wirst mir wieder zeigen, wo ich bin und wo ich hin muss“. Die Wolken erzählen mir, woher der Wind weht. Wellen zeigen mir, wo Land ist. Vielleicht kann ich wieder mit meinen Delfinen vom letzten Jahr in absolut blauem Wasser schwimmen. Abends an Stränden unter Palmen grillen und mit Einheimischen auf Wochenmärkten einkaufen. Oder nachts auf See, weitab jeglicher Menschen, ohne irgend ein Geräusch zu hören, einfach nur in Millionen von Sternen blicken....
Man muss es einfach nur machen.
Aber: So ein Leben hat natürlich auch seine Nachteile. Man muss auf einiges verzichten. Verzichten zum Beispiel im Winter auf Abende auf dem Sofa bei Glühwein und Wärmflasche, die tausendste Wiederholung von „Sissi“ oder „Dinner for One“ zu verfolgen. Man kann sein Leben nicht mehr im „Jamba-Sparabo“ organisieren, man weiß nicht, wer einem die nächste Fernsehsendung präsentiert oder wie man mit dem Kauf eines Getränkes der Marke XY einen Quadratmeter Regenwald retten kann.
Statt dessen schwimmt man morgens schon bei Badewannentemperatur mit den Fischen um die Wette, schnorchelt durch Korallenriffe und begibt sich in Gefahr, dass einem eine Kokosnuss auf den Kopf fällt. Kein Witz, jedes Jahr sterben 10-mal mehr Menschen weltweit durch besagte Kokosnuss als durch Haiangriffe.
Und man ist überall auf der Welt Ausländer. Ich kam schon in Regionen, wo ich absolut kein Wort mehr verstand. Alle Sprachen, die mir so einfielen, waren hier verkehrt. Komischerweise reicht oft ein Lächeln oder sonst eine freundliche Geste. Und dann versteht man sich – auch ohne ein einziges Wort. Ich habe schon ganze Abende damit verbracht, ein Gespräch quasi in den Sand zu malen. Mein Gegenüber malte auch. Und wir verstanden uns prächtig. Und das Schönste - wir lachten gemeinsam. Oft fiel nach solchen Abenden der Abschied schwer, man verließ einen echten, neuen Freund, der sich wirklich Sorgen um einen machte. Um einen wildfremden Menschen, von dem er kein einziges Wort verstanden hatte. Und trotzdem verband einen etwas Besonderes. Man hatte ihn in seinem Land besucht, oft am Ende der Welt, wo kaum ein Mensch vorbei kam. Und man hatte ihm gezeigt, dass man sich bei ihm wohlfühlte und er zeigte mir, dass auch er sich über meine Gegenwart freute. Mit Gesten wünsche er einem alles Gute für die weitere Reise und zeigte einem, wo man als nächstes hinfahren sollte. Und komisch – obwohl es weder Funk noch Telefon gab – man wurde auf der nächsten Insel bereits erwartet. Wie diese Menschen leben und miteinander kommunizieren, ich weiß es bis heute nicht und ich denke, ich werde es auch nie verstehen. Man muss wahrscheinlich hinein geboren werden, um es zu verstehen. Ich weiß nur eines, es waren absolut glückliche Menschen, die kaum Probleme hatten. Und wenn sie welche hatten, dann kamen sie von außen herein.
Tokelau, eine zu Neu Seeland gehörende Inselgruppe, war die letzte Region der Erde, die im Jahr 2002 Geld einführte. Bis dahin gab es nur Tauschhandel. Mit Geld konnten sie nie etwas anfangen. Gott sei Dank kennt man trotzdem diese Inseln kaum und ich hoffe, sie noch im „Originalzustand“ wieder vorzufinden. Zu viel wurde schon zerstört bzw. verändert. Jeder kennt (zumindest dem Namen nach) die Insel Bora-Bora. Zig Ausflugsdampfer und klassische Kreuzfahrtschiffe liegen dort vor Anker. Jeder muss dort hin. Bora-Bora war einst ein Paradies, heute findet man dort McDonalds (Bedienung mit Blumenkette um den Hals) und Kitschladen an Kitschladen (Ware „Made in China“). Es gibt das original Wiener Schnitzel genauso wie einen Bayerischen Biergarten. Klasse, genau das braucht man. Ostsamoa (gehört zu den USA) erstickt im Müll, alle Waren werden per Schiff heran gekarrt. Natürlich mit den entsprechenden Unmengen von Verpackungen. Nur mitnehmen will den Müll keiner mehr. Und das Dosenbier ist genauso Alltag wie die Klimaanlage in der Hütte. Im Fernsehgerät läuft natürlich MTV und auf den Straßen gibt es eine Rushhour. In Westsamoa pflückt man, was wächst, braucht keine Kreditkarten und niemand kennt Internet. Welten trennen diese Regionen - auf eine Grenzlinie definiert. Man wundert sich nur über den Müll, der „von drüben“ herüber getrieben wird. Beim Schnorcheln findet man im Riff Motorräder ebenso wie PC-Monitore. Hauptsache die Touristen kommen und haben ihren Spaß. Hochseeangeln und Golf - ganz wichtig. Dafür werden wichtige Palmenwälder platt gemacht und die letzten Fische ausgerottet. Hauptsache, man hat seinen Spaß.
Zum Glück sind es über 90% aller Inseln, wo kein Kreuzfahrer hinkommt. Und dort wartet man auf mich. Man wartet mit Bier aus Kokosnussmilch, wir verstehen wieder kein Wort, aber unterhalten uns prächtig. Ganz ganz selten zieht ein Flugzeug über den Himmel. Und die Bewohner schauen eher ängstlich nach oben. Sie wissen, was kommt.....