Logbuch

Reiseberichte und Anekdoten des Weltumseglers Ulli Barth

Aktuelle Nachrichten

Es ist nicht immer alles wahr, was stimmt.... (14:07, 20.02.2012)

Man versuchte wirklich mit allen Mitteln diesen Bericht zu verhindern....

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Tötet den Hafenmeister! (14:53, 22.02.2012)

Hier ein paar Gedanken, die einem als Skipper so durch den Kopf gehen,...

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Schiff'le versenken (19:29, 19.06.2011)

Im März 2011 wurde ein Schwerwettertraining auf der Nordsee (Cuxhaven - Helgoland) durchgef&uum...

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Hurtig oder sakte Fart - Im Land der Steinreichen (18:42, 28.04.2011)

Für alle, die schon immer mal in den Norden wollten - hier geht es wenigstens als Lektüre....

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Ebenfalls leidender Kollege (16:18, 22.12.2011)

Also nicht nur ich....

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Zum Nachdenken

Als ich das letzte mal so über den Atlantik fuhr, ist mir etwas aufgefallen. Man hört ja oft von dramatischen Zahlen, Fakten etc. und kann diese oft gar nicht wirklich zuordnen. Aber wenn man etwas sieht, schaut es natürlich anders aus, man begreift, was da los ist.

Normalerweise war es so, das wenn man über den Teich schippert, man ständig, immer und überall von Fischen umgeben war. Manchmal sah man so viele, das man hätte drüberlaufen können... Seeschildkröten konnte man mit der bloßen Hand fangen, herausnehmen, betrachten und wieder hineinwerfen. Nicht so im Jahr 2007. Kein einziger Fisch! Gut, ein paar fliegende Fische sah man noch, die gab es damals zu Millionen, aber auch kaum mehr ein Seevogel war da. Früher gab es Schwärme von Fregattvögel und Albatrosse – nichts mehr. Leer und Tot.

Laut Studien sind 85% aller Fische weg. Bei den heutigen Fangmethoden sind (pro Fischzug) 60% sogenannter „nutzloser Beifang“ im Netz, also Fische oder Getier, was wieder über Bord geworfen wird – allerdings tot. Inzwischen werden auch in der Tiefsee Fische gefangen, die man vor 10 Jahren noch nicht einmal kannte – und heute angeblich eine Delikatesse sind. Die Tiefseebestände wurden bereits um 50% dezimiert. Zudem werden mit den Tiefseeschleppnetzen auch Korallen zerstört, also Lebensräume auf Dauer vernichtet, die Jahrtausende brauchten, um zu wachsen. Jeden Tag werden – auch heute – 10 Wale von den Japanern „zu Forschungszwecken“ erlegt. Das Fleisch wird in Japan verkauft – nur es will keiner haben. Nur 0,6% aller Japaner isst Wal. 99% des Fleisches wird anschließend weggeworfen oder landet in der Tiernahrungsproduktion.

Inzwischen sind die Bestände an Quallen um 5000% (!) gestiegen. Quallenlarven werden von Fischen gefressen. Nur wenn die Fische weg sind, frisst keiner mehr die Larven. Quallen ernähren sich von Plankton und Kleinstlebewesen bzw. Algen. Das wiederum sind Anzeichen von Verschmutzung, wenn dies zu stark wächst. Dann ist zu wenig Sauerstoff im Wasser. Also – die Meere sind dreckig, auch wenn man es so nicht sieht. Inzwischen versucht man aus Quallen Nahrung zu machen – und will uns diese als Delikatesse verkaufen. In Asien gibt es bereits entsprechende Lebensmittel aus Quallen.

Will man die Verschmutzung der Meere sehen, muss man in den Pazifik. Zwischen Hawaii, Japan und Kanada gibt es Strömungen, die über gewaltige Flächen gewaltige Wassermassen bewegen. Immer schön im Kreis herum. Sie sind sozusagen der Golfstrom des Pazifiks (Kuro-Schio-Strom, Kalifornienstrom und Nordäquatorialstrom). In diesem Gewässern gibt es ein Gebiet von der Größe Europas (manchmal doppelte Größe), wo sich der ganze Müll des nördlichen Pazifiks sammelt. (Japan entsorgt auch heute über 65% seines Mülls in den Pazifik). Dieses Gebiet ist auch für Großschiffe kaum mehr befahrbar, da sie im Müll quasi stecken bleiben, sich der Müll um die Schraube wickelt, Kühlwasserkreisläufe verstopft. Hochseeschlepper können ihnen auch nicht helfen, weil sie selbst stecken bleiben... Via Satellit wird das Gebiet beobachtet, es bewegt sich – und entsprechende Warnungen werden an die Schifffahrt heraus gegeben. Es dauert 30 Jahre, bis sich eine Plastiktüte „zerrieben“ hat. Das PVC bleibt im Wasser. Untersucht man Fische, bestehen diese heute (weltweit) von 15 bis zu 27% (!) aus Plastik. Mahlzeit.

60% alles Sauerstoffes in der Atmosphäre wird in den Meeren erzeugt (nicht in den Wäldern, wie immer angenommen wird). Dazu braucht es Plankton, das ein bestimmtes Wasserniveau benötigt. Durch die Verschmutzung wird dieses Plankton immer weniger, statt dessen immer mehr Algen, Bakterien und andere Viecher.

Wir haben also kaum mehr was zu Essen, uns bleibt die Luft weg und Schiffchen können wir bald auch nicht mehr fahren. Toll. Wenigstes sieht man das nicht, wenn man am Strand einen romantischen Sonnenuntergang beobachtet. Und die Grenzwerte für PVC-Belastungen in Lebensmittel (Fisch) wurde 2008 stillschweigend in der EU und WHO-Richtlinie angehoben (verdreifacht). Jetzt ist alles wieder genießbar.